Die Wildbirne (Holzbirne)
Die Wildbirne (Holzbirne) ist unsere heimische halbsonnige, laubabwerfende Laubholzart. Als Baum hat sie einen geraden Stamm, eine schlanke Krone und erreicht Wuchshöhen von bis zu 15 Metern. Sie wächst auch als großer Strauch Die kleinschuppige Rinde ist dunkelbraun bis schwarz, das wenig verzweigte Wurzelsystem ist ein Pfahlwurzelsystem. Sie blüht im April bis Mai, die Blüten sind weiß bis leicht rosig, die Birnenfrucht ist zwei bis drei Zentimeter groß, fast rund und im reifen Zustand rot.
Das Holz ist zäh, fest, hart, mit einer gleichmäßigen Dichte, ohne Glanz, meist graubraunweiß. Ältere Bäume haben einen abgeblassten bis ziegelroten unregelmäßigen Kern. Im Tangentialschnitt hat es eine feine zärtliche Maserung. Nach Austrocknen bleibt es beständig. Deswegen wird es zur Herstellung von Holzgewinden, Schraubenlinien und Pressen verwendet. Es lässt sich gut drechseln und schleifen, empfängt gut Leimstoffe und Beizmittel. Im Möbelbau wurde mit dem Holz der Wildbirne oftmals Ebenholz ersetzt. Es eignet sich für die Vorbereitung geklebter Figuren oder Reliefs, insbesondere, wenn ein homogenes Material gefordert wird. Auch unterschiedliche geometrische Hilfsmittel wurden aus dem Wildbirnenholz hergestellt. Einer der Nebenaltäre aus dem 15. Jahrhundert in der Prager Teinkirche wurde aus Birnenholz geschnitzt, sowie die Figur der Heiligen Jungfrau vom Heiligen Berg bei Pribram (Příbram), die den Chroniken nach für 4 000 Wunder verantwortlich ist. Für seinen Duft wird Birnenholz zum Räuchern von Fleisch verwendet.


