Die Gemeine Hasel

Die Hasel ist unsere heimische, Licht und Feuchtigkeit liebende, frostharte, laubabwerfende strauchige Laubholzart, die Wuchshöhen von vier bis acht Metern erreichen und 60 bis 80 Jahre alt werden kann.

Die Rinde wird durch eine ausgeprägte braungraue glatte Borke mit kleinen, warzigen Lentizellen gebildet.

Die Hasel hat ein sehr intensiv verzweigtes Wurzelsystem, das sehr gut den Boden stabilisiert. Die Hasel hat auch einen guten Stockausschlag.

Die Hasel ist ein Phanerophyt, also eine Holzart, deren Spaltöffnungen sich mehr als 30 Zentimeter über dem Boden befinden und so gegen Frost geschützt sind. Die Hasel blüht im Februar bis April vor dem Laubaustrieb. Die männlichen und weiblichen Blüten wachsen getrennt auf derselben Pflanze. Die männlichen Blüten werden durch hängende, auf letztjährigen Trieben wachsende, bis sechs Zentimeter lange Kätzchen gebildet. Sie haben eine verkümmerte Blütenhülle, aus der nur die roten Narben herausragen. Die Früchte sind eiförmige Nüsse mit einer harten braunen Schale. Meistens wachsen sie zu zweit bis zu viert. Im Inneren der Nussfrucht ist ein im September reifender Samen.

Die Hasel ist eine wichtige Holzart, die als eine der ersten Kulturpflanzen den Menschen von jeher begleitet. Ihre Verwendung ist also genauso alt wie die Menschheit. Die Haselnüsse finden eine breite Verwendung in der Nahrungsindustrie, sie sind eine Quelle an Vitamin B, Eiweiß sowie Fett. In der Vergangenheit waren sie einer der wichtigsten Bestandteile der Nahrung, aus Nüssen gewann der Mensch auch das erste Mehl.

Die Hasel ist eine wichtige Bienentrachtpflanze.

Verwendung

Das Holz der Hasel ist mäßig hart und sehr elastisch. Dadurch eignet es sich für eine handwerkliche Verwendung. Es lässt sich sehr gut bearbeiten, deswegen wird seine Verwendung für anspruchslose Herstellung von Nutzgegenständen sowie Schäften von belasteten Werkzeugen empfohlen. Gespaltete Stäbe und Holzspannen wurden als Holzfassreifen verwendet. Für seine interessante Maserung und gute Polierbarkeit wurde das Haselnussholz zur Herstellung von dekorativen Gegenständen verwendet, wie zum Beispiel der Regenschirmgriffe, Spazierstöcke, Pfeifenstiele, Kurzwaren, Klöppeln. Aus überreiften oder ästigen Stämmen wird Holzkohle gebrannt.

Biegsames Stangenholz diente seit jeher zum Flechten von Zäunen und Umfriedungen, insbesondere in England, wo sich die Tradition von vielen Haselnusswäldern bis heute erhalten hat. „Hurdles", wie die einzelnen Felder dieser Zäune genannt werden, sind ein beliebtes Gartenelement. Die Haselnussruten werden bis heute noch zum Suchen nach Wasserquellen verwendet.