Die Bergulme
Die Bergulme ist unsere heimische, langlebige, laubabwerfende Laubholzart, die halbschattige Standorte bevorzugt, Wuchshöhen von zehn bis 40 Metern erreicht und bis 500 Jahre alt werden kann. Insbesondere im jungen Alter verträgt die Bergulme viel Schatten, mit zunehmendem Alter steigen die Anforderungen an lichte Standorte. Ihr Vorkommen ist gegenwärtig durch den Verlust ihrer natürlichen Standorte, sowie die Verbreitung einer gefährlichen Krankheit, das Ulmensterben, gefährdet. Der natürliche Anteil betrug 0,3 Prozent, heute nahm die flächendeckende Vertretung der Ulme unter 0,1 Prozent ab.
Der Stammt ist mehr oder weniger gerade, mit einem guten Stockausschlag. Die Rinde ist anfangs glatt, graubraun, später entwickeln sich längliche, fast schwarze Leisten.
Das in der Regel Senkwurzelsystem passt sich der Tiefe des Bodens an,
Die Blüte setzt im März bis Mai vor dem Laubaustrieb an. Die kleinen Blüten sind fast sitzend. Die Frucht ist ein Nüsschen mit einem Samen, der von einem Flügel umgeben ist. Die volle Reife erreicht die Bergulme in der Regel zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr.
Die Ulmen haben allgemein hochwertiges Holz, kreisförmig porös, mit einem breiten rötlichen oder bräunlichen Kern.
Verwendung
Das Ulmenholz ist fest, grobfaserig, schwer, hart, zäh und ist schwer spaltbar. Das ist durch die Verflechtung der Holzfaser verursacht. Diese Verflechtungen sind in der welligen Maserung im Spätholz sichtbar. Die Ulme ist auch durch ihre Beständigkeit gegenüber Fäulnis bei Kontakt mit Wasser, einer guten Elastizität und Widerstandsfähigkeit gegen Abrieb bekannt. Diese Eigenschaften prädestinierten es früher für besondere Verwendungen.
In den ältesten Kunden wird das Ulmenholz als Material für die Herstellung der Pfeilbogen erwähnt. Auch Naben der Holzräder wurden aus Ulmenholz hergestellt. Weil die Festigkeit der Radmitte für die Qualität eines Rades maßgeblich ist, wurde wegen seiner Widerstandsfähigkeit gegen Spaltung unter großer Belastung zur Herstellung der Naben der Holzräder Ulmenholz verwendet. Wegen Zähigkeit der Bretter aus Ulmenholz wurden diese für die Herstellung von Kutschen, Karren, Fußböden aber auch der Sitze von Stühlen verwendet. Dank Widerstand gegen Fäulnis bei Kontakt mit Wasser wurden aus Ulmenholz Wasserräder, Röschen und Schiffe gebaut. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde Ulmenholz auf den britischen Inseln zum Bau von Wasserleitungen genutzt. Ulmenholz wurde auch im Waggonbau, bei der Herstellung von Werkzeugen und Gewehrschäften verwendet. Heute findet es Verwendung in der Herstellung von Furnieren und in der Möbelindustrie.
Eine besondere Verwendung fand das Ulmenholz bei der Feuerzündung durch Reiben eines Holzstücks. Die Widerstandsfähigkeit gegen Abrieb ermöglichte dessen Verwendung für diese Art des Feuermachens.

