Die Schwarz-Erle

Die Schwarz-Erle ist unsere heimische, schnell wachsende, licht- und feuchtliebende, laubabwerfende Laubholzart, die in der Regel eine Höhe von 15 bis 25 Meter erreichen und bis 100 Jahre alt werden kann. Eine Besonderheit der Schwarz-Erle ist, dass ihr Laub im Herbst grün abgeworfen wird.

Die Schwarz-Erle wächst oft als mehrstämmiger Baum oder Strauch mit einem guten Stockausschlag. Die Rinde junger Schwarz-Erlen ist dunkelgrau, glatt und beinhaltet Poren, die Borke alter Bäume ist rissig und schuppig.

Die Schwarz-Erle hat viele Vertikalwurzeln mit vielen Feinwurzeln, die den Boden, Uferbereiche und Dämme befestigen. In flachen Böden bildet sie ein reiches Oberflächenwurzelsystem aus.

Die Schwarz-Erle ist eine einhäusige, im Februar bis April blühende Holzart. Die männlichen gelbbraunen, bis zehn Zentimeter langen Kätzchen wachsen am Baum bereits seit Herbst. Die weiblichen, zur Blütezeit aufrechten roten Kätzchen, blühen im Frühling vor dem Laubaustrieb. Die Zapfen an den Stielen beinhalten geflügelte Nüsschen. Die Erle ist ein Makrophanerophyt, also eine Holzart, deren Spaltöffnungen sich mehr als 30 Zentimeter über dem Boden befinden und so gegen Frost geschützt sind.

Die Mannbarkeit erreicht sie im Alter von zwölf Jahren, danach fruchtet sie jährlich, häufiger aber jedes zweite oder dritte Jahr. Die Frucht der Erle sind acht bis zwölf Millimeter lange Zapfen, in nicht reifen Zustand graugrün und klebrig, im reifen Zustand dunkelbraun und holzig. Diese bleiben am Baum noch lange hängen, nachdem die Samen herausgefallen sind. Die Samennüsschen sind glänzend braun, gleichfarbig, flach, rundlich bis fünfkantig mit sehr engen flügelartigen Rändern. Die Samen reifen im September bis Oktober und fallen im Februar bis März aus. Wichtig ist die Fähigkeit der Erlen, den Boden mit Luftsauerstoff zu versorgen. Dies geschieht dank ihrer Symbiose mit Bakterien, die in den Seitenwurzeln bis zu zehn Zentimeter große Wurzelknöllchen herausbilden. Die große Verbreitung der Erlen nach der letzten Eiszeit wird als maßgebend für den Stickstoffkreislauf in Landökosystemen in der gemäßigten Zone der Nordhalbkugel gehalten.

Das Holz der Erle ist weich, porös, ohne Kern, am frischen Schnitt orange.

Verwendung

Die Verwendung des Holzes der Schwarz-Erle ist dieselbe, wie das der Grau-Erle. In der Vergangenheit wurde die Rinde zusammen mit Eisenteilen im Wasser gelagert. Mit der schwarzen Flüssigkeit, die nach einigen Tagen entstand, wurde Leder schwarz gefärbt. Auch das unter das Wasser gefallene Laub färbt sich schwarz ein, im Wasser wird es hart und hält der Fäulnis stand. So wurden zum Beispiel bei dem Bau von Venedig neben Eichenpfählen auch viele Erlenpfähle verwendet.