Die Vogelbeere (Eberesche)

Die Vogelbeere ist unsere heimische, lichtliebende, frostharte, schnell wachsende sommergrüne Laubholzart, die Wuchshöhen von zehn bis 15 Meter erreichen kann. Am Anfang ist das Wachstum der Vogelbeere schnell, nach dem 20. Lebensjahr stockt es, und mit 60 stellt es sich ein. Die Vogelbeere kann 100 bis 150 Jahre alt werden. Gegen Immissionen ist sie beständig.

Der Stamm der Vogelbeere ist schlank und gerade, die Äste sind relativ schwach und stehen vom Stamm im rechten Winkel ab. Die Rinde ist hellgrau oder graubraun und glatt, im höheren Alter kann sie schwarz sein und eine feinrissige Struktur haben. Unter härteren Klimaverhältnissen ist die Borke mehr grob.

Die Vogelbeere hat ein Senkwurzelsystem, die Wurzeln reichen relativ weit von der Basis des Stamms ab, womit der Baum ausreichend im Boden festgehalten wird.

Sie blüht im Mai bis Juli. Die in einem zusammengesetzten Blütenstand wachsenden Blüten sind weiß mit auffälligen Staubblättern.

Die Mannbarkeit der Eberesche wird im Alter von zehn bis 15 Jahren erreicht, danach fruchtet sie jedes Jahr. Eine Ausnahme bilden Bäume in höheren Lagen oder an weniger günstigen Standorten. Die Früchte sind orangerote Apfelfrüchte (Vogelbeeren), die Ende Oktober reifen und nach ihrer Reife am Baum hängen bleiben. Die in der Frucht enthaltenen Samen haben kleine Häkchen, dank derer sie auch mehrere Tage lang im Verdauungsapparat der Vögel hängen bleiben und somit in der Umgebung verbreitet werden.

Das Splintholz der Vogelbeere ist leicht rötlich, der Kern hellbraun, an Querschnitten glänzend.

Verwendung

Das Holz ist mittelschwer, mittelhart, biegsam und geschmeidig, aber schlecht spaltbar. Es trocknet gut, ohne dass in dem Holz Risse entstehen. Die Qualität des Vogelbeeren-Holzes wurde durch viele, auch heute bereits nicht mehr existierende Handwerke geschätzt - durch die Tischler, Stellmacher, Drechsler, Bürstenmacher sowie die Holzschnitzer. Aus dem Holz der Vogelbeere wurde alles Mögliche hergestellt: Mangelwalzen, Weberschiffchen/Schützen, Schrauben, Weinpressen, Fässer, Löffel, Teller, Schäfte, Hobel, Lanzenschäfte, Furniere, Musikinstrumente und Parkett. Das Holz kann auch zur Herstellung von Zellstoff und Papier sowie Sperrholz- und Hartfaserplatten verwendet werden. Die Rinde hat einen hohen Gehalt an Farbstoff, mehr, als die Eiche oder weitere Laubbaumarten, deswegen wurde sie zum Färben verwendet. Die Rinde hat auch einen hohen Gehalt an Gerbstoffen, so kann sie auch für das Gerben verwendet werden.

Das Holz der Vogelbeere wird heute nicht mehr so viel genutzt, wie in der Vergangenheit, als es durch die Handwerker hoch geschätzt und für die meisten ihrer Waren verwendet wurde. Das Holz wird heute für die Herstellung von Furnieren, Schäften oder Musikinstrumenten verwendet.