Die Rotbuche
Die Rotbuche ist unsere heimische, im Schatten wachsende Laubart, die bis 40 Meter Höhe erreichen kann. Ist sie nicht zu viel beschattet, so wächst sie auch in der Jugend sehr schnell, den Jahreshöhenzuwachs erreicht sie zwischen 40 und 50 Jahren. Die Buche kann bis 400 Jahre alt werden. Der ursprüngliche Anteil in unseren Wäldern war etwa 40 Prozent, gegenwärtig sind es nur noch sechs Prozent. Zusammen mit weiteren europäischen Bäumen, wie zum Beispiel der Eiche oder der Linde, gehört die Rotbuche zu der Gruppe von Gehölzen, denen bereits durch die Kelten und die altertümlichen Völker hoher Respekt gezollt wurde. Mittels dieser Bäume definierten sie ihren Bezug zum Leben und der Welt. Die Bäume (und insbesondere die Buchen) wurden früher für das Symbol der Menschheit, eine Verkörperung des Lebens und der Einheit dreier Reiche, des irdischen, des himmlischen und des Wasserreichs, gehalten.
Der Stamm ist gerade, zylindrisch, die Rinde ist glatt, grau bis weißgrau, nur selten rissig.
Das Wurzelsystem der Buche ist herzförmig, aus dem Wurzelknoten, der sich unterhalb der Oberfläche befindet, wachsen starke Wurzeln in alle Richtungen hinaus.
Die Rotbuche blüht Ende April und im Mai, zeitgleich mit dem Blattaustrieb, die Früchte reifen im September und Oktober und fallen bis November aus, die Sammlung beginnt im Oktober. Im Freistand erreicht die Rotbuche die Mannbarkeit im Alter von 40 Jahren, im Bestand mit 50 bis 70 Jahren. Samenjahre wiederholen sich unregelmäßig nach vier bis acht Jahren.
Die Früchte sind Bucheckern (Buchennüsschen), dreikantige, mit weichen Stacheln bedeckte Nüsschen. Bucheckern dienten früher in Zeiten der Not als Nahrung, sie dienten zur Herstellung von Öl und Mehl. Ein Verzehr von Bucheckern kann aber zu Magenschmerzen, Erbrechen und Durchfall führen, dies wird vermutlich durch die Oxalsäure verursacht.
Das Holz ist rosig, feinporig, die Jahresringe insgesamt deutlich. Infolge einer Verletzung des Stammes bildet sich oftmals ein unechter Kern heraus, die Holzstrahlen sind an allen Schnitten deutlich.
Verwendung
Die Buche ist eine der wichtigsten Laubholzarten Europas. Das Holz der Buche ist fest, aber wenig elastisch, es kann einfach gespalten, bearbeitet und poliert werden, nach einer Dämpfung kann es gut gebogen werden. Ein Falschkern mindert den Wert des Holzes. Buchenholz ist unter Wasser sowie im Trockenen beständig, ansonsten unterliegt es rasch dem Befall durch Holzwurm und Pilze. Buchenholz dient zur Herstellung von Handelswaren, Zigarrenspitzen, Griffen, Spielzeug, Wäscheklammern, Kochgeschirr, Mühlwerken die sich unter Wasser befinden, Eisenbahnschwellen, Holzteilen von Bürsten, Rudern, Wasserbauten, Wasserleitungen. Durch Trockendestillation wurde aus Buchenholz früher Holzöl (Methanol) hergestellt, Buchenholz diente auch zur Herstellung von Holzgas. Buche wird zur Produktion von Holzkohle verwendet, in der Möbelindustrie, zur Herstellung von Furnieren, als Sperrholz, aus Buchenholz werden komplizierte gebogene Formen hergestellt, wie zum Beispiel Lamellensessel, Stuhlbeine, Roste für Gesundheitsmatratzen. Das Buchenholz hat einen neutralen Geschmack, somit wird es häufig auch in der Lebensmittelindustrie zur Herstellung von Eisstielen, Schneidebrettern, Kochlöffeln etc. verwendet. Buchenholz ist der beste Brennstoff mit dem höchsten Heizwert.
Aus Bucheckern wird Öl gewonnen, das zur Produktion von Seifen dient.


